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Aktuell
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Zurück auf die Bäume!
Das Recht der Kinder auf Wildnis, Freiheit und Natur.

Eine wunderbarer Artikel in der Zeitschrift GEO - hier zu lesen.


 

40 Jahre Nationalpark Bayerischer Wald - herzliche Gratulation!

Der NP Bayerischer Wald wird heuer 40 Jahre alt und ist ein Leuchtturm bezüglich Ökologie, Naturschutz und Regionalentwicklung in der 3-Länder-Region Böhmerwald. Aus diesem Anlass drucken wir hier das Vorwort von H.Weinzierl aus der NP-Zeitung "Unser wilder Wald, Sommer 2010" ab und bemerken, dass wir im südlichen Böhmerwald immer noch mit Problemen zu tun haben, die im NP Bayerischer Wald schon vor 40 Jahren gelöst wurden.

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Der Nationalpark Bayerischer Wald - eine Erfolgsgeschichte

Liebe Leser,
historisch betrachtet ist die Nationalparkgeschichte eine Erfolgsgeschichte, wenngleich mit vielen gesellschaftspolitischen Hürden und Stolpersteinen – und mit zahlreichen Kompromissen behaftet. Insbesondere die Vorstellung des ungestörten Ablaufs der Naturvorgänge, also der Prozessschutz, das Natur Natur sein lassen war – und ist – dem deutschen Wesen zutiefst zuwider.

Schon in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gab es einen heftigen Streit zwischen Naturschützern und der Tourismusindustrie über die zukünftige Nutzung des Rachel- Lusen-Gebiets im Bayerischen Wald. Neue Skiabfahrten und Lifte sollten der bis dahin unberührten Waldregion mehr Gäste und sichere Einnahmen bescheren. Ich war zu jener Zeit ehrenamtlicher Naturschutzbeauftragter der Regierung von Niederbayern in Landshut und musste mir wegen meines klaren Neins zu den Wintersport-Plänen vom damaligen Regierungspräsidenten Johann Riederer sagen lassen: „Wenn Sie dort oben am Rachel und Lusen keinen Skizirkus wollen, dann müssen Sie mir etwas anderes offerieren, was im Jahr 200.000 Touristen bringt.“ Das Gegenangebot war die Schaffung eines Nationalparks, jene uralte Idee, die schon in den Anfang des 20. Jahrhunderts zurückreichte. Dass dies nicht nur ein Naturschutzereignis ist, sondern dass sich der Nationalpark auch für die Menschen und für den Tourismus rechnet, ist heute wissenschaftlich belegt und unstrittig.

1965 kam es zu dem inzwischen legendären „Gipfeltreffen“ tschechischer, österreichischer und deutscher Naturschützer auf
dem Dreisessel – die bis heute laufende Diskussion um einen großen Wald-Nationalpark im Herzen Europas hatte begonnen. Auf einer Reise durch Ostafrika setzte ich mich wenig später mit Professor Bernhard Grzimek intensiv über eine Passage seines Buches „Wildes Tier, weißer Mann“ auseinander. Er bezweifelte darin, dass es in Mitteleuropa möglich sei, einen echten Nationalpark zu schaffen. Im Frühjahr 1966 durchstreiften wir gemeinsam den Inneren Bayerischen Wald –
und der große, international erfahrene Nationalparkexperte revidierte seine skeptische Haltung. Das für unsere Pläne am besten geeignete Gebiet, so fanden wir, schien um den Falkenstein herum gegeben zu sein.

Die Errichtung und weitere Ausgestaltung des Nationalparks wurde letztlich durch eine Bürgerbewegung durchgesetzt, die einerseits von den am Tourismus interessierten Landkreisen und Kommunen, andererseits durch Umweltverbände unter Federführung des Bundes Naturschutz in Bayern angeführt wurde und die fachliche Grundlage im sogenannten Haber-Gutachten fand. Die erfolgreichen Anstrengungen wurden 1991 noch durch die Schaffung des tschechischen Pendants, des Nationalparks Šumava im Böhmerwald gekrönt. Und schließlich gelang es im Jahr 1997, den Nationalpark im Bayerischen Wald auf die doppelte Fläche von nunmehr 24.250 Hektar zu erweitern. Dass diese Entscheidung für den ersten deutschen Nationalpark richtig war, ist heute unstrittig. Jetzt ist die Zeit gekommen, um die Vision des grenzüberschreitenden Nationalparks, wie sie bereits im Prager Frühling entwickelt wurde, als naturschützende und völkerverbindende Idee zu verwirklichen. Denn es steht nicht weniger auf dem Spiel als die letzte Chance, das größte zusammenhängende Waldgebiet in Mitteleuropa und damit ein Stück abendländischer Kultur der Nachwelt zu erhalten.

Hier schlägt das grüne Herz Europas, hier entspringen Quellen der abendländischen Kultur, die auch eine Waldkultur ist. Die Formel „Natur Natur sein lassen“ von Hans Bibelriether hat Geschichte geschrieben. Sie hat sich auch dann bewährt, als Waldsterben und Borkenkäfer den Fichtenwald aus den Hochlagen verdrängt haben und als eine wundervolle vielfältige Waldnatur nachkam und zwar viel schneller als wir allesamt dachten. Wer sich einmal vom derzeitigen Leiter des Nationalparks, Karl Friedrich Sinner durch diese Fülle von Biodiversität führen und begeistern lässt, wird die Dynamik und Stärke des neuen Waldes spüren. Das ist zwar nicht mehr der „Hochwald“ des Adalbert Stifter, aber das neue und ewig wandelnde Waldwesen ist nicht weniger geheimnisvoll.

Anstatt herkömmlicher Forstwirtschaft braucht es eben in solchen Vorrangsgebieten eine neue Gesinnung, es braucht die Achtung vor dem Waldwesen, es braucht keine Pläne, keine Wissenschaftler, auch keine Naturschützer. Es braucht demütige Menschen, die zuschauen und warten können. Nationalparke sind mehr als Naturschutzgebiete, sie sind die Heiligtümer unserer Heimat, sie sind Seelenschutzgebiete, sind Erinnerungen an das Paradies, sind die Landschaften, aus denen unsere Hoffnungen und Träume erwachsen. Haben wir also „Ehrfurcht vor dem Lebendigen“ (Albert Schweitzer), haben wir „Respekt vor der Schöpfung“ und vor allem mehr Mut zur Wildnis. Lassen wir ein paar Wäldern und Fluren ihre Freiheit, haben wir den Mut zum Nichtstun und bringen wir als Forstleute oder Landschaftsplaner die Kraft zur Einsicht auf, dass uns die Natur überhaupt nicht braucht. Zumindest nicht in unseren Nationalparken.

Hubert Weinzierl,
Präsident des Deutschen Naturschutzrings


 

Die Wiederansiedelung des Habichtskauzes im Böhmerwald verläuft weiterhin sehr erfolgreich. Die tschechischen Kollegen konnten im südlichen Teil des Nationalparks Sumava im Jahr 2010 drei Habichtskauzbruten in freier Wildband mit insgesamt 6 Jungen feststellen. Auch die Freilassung von nachgezüchteten Tieren wird heuer fortgesetzt - dazu stehen insgesamt 4 Jungtiere bereit.

Den langjährigen Bemühungen der bayerischen und tschechischen Ornithologen, sowie der Nationalparke Sumava & Bayerischer Wald ist es zu verdanken, dass heute wieder Habichtskäuze in freier Natur brüten.


 

Auch 2010 hat am Moldaustausee das Seeadlerpaar wieder erfolgreich gebrütet - ein Jungvogel sitzt im Horst. Somit brütetder Seeadler bereits das vierte Jahr in Serie im südlichen Böhmerwald.



 

Der Verein "Grünes Herz Europas" arbeitet in Sachen Ökologie und nachhaltige Entwicklung in der 3.Länder.Region Böhmerwald und rundherum.

Mit unseren nationalen und internationalen Partnervereinen setzen wir uns ein, für den Erhalt von Lebensräumen für typische Tiere & Pflanzen und einem guten Miteinander von Mensch & Natur im Mühlviertel/Böhmerwald.

Besonders am grünen Herzen liegt uns die Naturvermittlung & -erfahrung für Menschen jeden Alters.